Mittwoch, 3. August 2016

Lang und langsam ist nicht immer leicht

Nun ist es also geschafft, die letzten zwei harten Trainingswochen sind dank der Unterstützung meines Mannes und lieber Lauffeunde überstanden und ab jetzt heißt es tapern. In der vorletzten Woche stand am Wochenende eine Doppeleinheit von Samstag 30 und Sonntag 50km auf dem Plan. Um ein wenig Abwechslung in das Training zu bekommen, hatte ich meine Freunde auf FB nach einer Laufbegleitung für den Samstag angefragt. Es haben sich einige angeboten, letztlich entschied ich mich für Serena. Sie war vor ca. 2 Jahren Richtung Radebeul gezogen und ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, mir ihr kleines Häuschen und den schmucken Garten mal anzuschauen. Außerdem hatten wir uns auch lange nicht mehr bei einem Lauf gesehen und so nutzte ich ihr Angebot mich zu begleiten gerne. Zu erzählen gab es viel, so dass der Lauf recht kurzweilig werden sollte.
Sie könne aber nur 25km und auch nur sehr langsam, mehr schafft sie nicht, war ihre Ansage. Für mich kein Problem, die restlichen fünf kann ich auf dem Elbradweg locker noch alleine dranhängen und langsam war ohnehin gut, da ich am nächsten Tag nochmal 50km laufen wollte. Mein Mann schloss sich uns spontan an und so trafen wir uns mit Serena am Samstag morgen halb neun bei ihr und liefen durch das schöne Altkötzschenbroda bis hin zur Brücke in Niederwartha, querten die Elbe und dann immer auf dem Elbradweg entlang Richtung Meißen.

Unterwegs hätte ich fast dieses kleine schöne Geschöpf übersehen. Schade nur, dass aus so wunderschönen Raupen letztlich graue Nachtfalter werden.





In Meißen angekommen ging es über die Eisenbahnbrücke wieder auf die andere Elbseite. Hier hat man einen sehr schönen Blick auf die Albrechtsburg und die Altstadt von Meißen.








Die Sonne brannte mittlerweile recht heftig, was aber zunächst durch unser Geplapper nicht weiter auffiel. Die Kilometer vergingen und nach einem Blick auf die Laufuhr wurde Serena doch etwas unsicher, was die Streckenlänge betraf. Irgenwie waren hier schon mehr km auf der Uhr, als bei ihren vorherigen Läufen auf dieser Strecke.

So langsam fiel das Laufen meinen beiden Begleitern immer schwerer, ein Wegweiser zur Brücke nach Niederwartha zeigte noch 6km an. Einzig die Ankündigung eines Biergartens an der Strecke mobilisierte die letzten Kräfte.

Nach dieser Erfrischung bei km 21 ging es weiter. Wo hatte sich Serena denn so verschätzt? Wir grübelten eine ganze Weile und dann fiel es ihr ein. Sie war diese Strecke schon einige Male gelaufen, hatte sich aber mit den anderen Läufern immer erst an der Brücke getroffen. Heute jedoch sind wir ja direkt bei ihr am Haus losgelaufen.


Somit wurden aus den geplanten 25km am Ende 30,6 km für uns. Entsprechend geschafft waren die zwei dann auch, als wir wieder zurück in Serenas Garten waren. Sie taten mir ganz schön leid, aber ich bin auch sehr stolz, vor allem auf meinen Mann, dass beide so tapfer durchgehalten haben.
Es war eine schöne Runde mit ganz toller Begleitung - vielen Dank ihr zwei.



Am Sonntag dann 50km. Morgens beim Aufstehen regnete es noch stark, also beschloss ich, nicht mit der S-Bahn bis Schmilka zu fahren und von dort aus nach Hause zu laufen, sondern in Ruhe zu frühstücken und dann gegen 8.00 Uhr dirket von zu Hause aus Richtung Königstein loszulaufen, bis ich die 25km geschafft hatte und dann einfach wieder zurück. Mein Mann begleitete mich auf dem Rad.
Der Biergarten in Obervogelgesang hatte zum Glück schon recht früh geöffnet, somit konnte ich nach ca. 18km die erste Pause einlegen und mir mit Schatz ein alkoholfreies Hefeweizen teilen. Weiter lief ich dann noch 7,5km bis Rathen, dort legte ich die nächste kurze Pause ein und dann machten wir uns auf den Heimweg. Das Wetter war am Sonntag zum Glück nicht ganz so heiß und sonnig, nur recht schwülwarm. Ich freute mich auf den Biergarten und das zweite Hefeweizen.






In Pirna machten wir noch kurz an der Eisdiele halt und gönnten uns ein kleines Softeis und nach 50km stand ich geschafft aber glücklich wieder vor meiner Haustür. Lt. Plan zwar mal wieder viel zu schnell und dazu noch mit negativem Split. Erstaunlich, was nach den 30 vom Vortag noch möglich war.







  
Letzte Woche standen für mich am Mittwoch 8km im Plan, die ich aber auf Grund von akuter Unlust ausfallen ließ. Für den Freitag waren 15km vorgesehen. Gleich in der Nähe fand der Müglitztallauf über 15km (zwei Runden à 7,5km) statt. Spontan nutzte ich diese Gelegenheit und auch mein Mann wollte daran teilnehmen. Start war 18.00 Uhr. Wir trafen viele bekannte Gesichter. Ich tat mich gleich nach dem Start mit Tatjana zusammen. Auf der ersten Runde waren wir trotz der Steigungen noch recht flott unterwegs, dann bekam Tati leider Probleme mit dem Knie, so dass wir Tempo rausnehmen mussten. Letztlich hatte ich eine Laufzeit von 1:31:xx und war völlig zufrieden (lt. Plan ohnehin wieder viel zu schnell).

Am Sonntag dann der letzte Lange vor dem Mauerweglauf, lt. Plan 50km. Ich hatte mich mit Petra im Oberlausitzer Bergland verabredet, ihr Plan sagte 60km, was soll´s - in zwei Wochen will ich 160km laufen, da kommt es jetzt auf 10 mehr auch nicht an. Petra hatte sich eine Runde von ca. 20km überlegt, die somit dreimal gelaufen wurde, so dass wir dazwischen am Auto mit der Verpflegung vorbeikommen mussten. Begleitet wurden wir auf der ersten Runde von Jürgen, einem Lauffreund aus der Gegend und seinem Bruder, welcher für seinen ersten Marathon im Oktober in Dresden trainiert. Er verabschiedete sich dann und Jürgen leistete uns nun in der zweiten Runde per Rad Gesellschaft.


Auch auf dieser Strecke kann man interessante Raupen endtecken.


Die zweite Runde fing etwas schwerer an und ich hatte schon Bedenken, alle drei Runden durchzuhalten. So locker wie in der vorigen Woche lief es diesmal nicht. Aber das war anscheinend nur wieder einmal so ein übliches Tief, wie ich es des öfteren bei längeren Läufen von mir kenne. Nach ein paar Kilometern war das vorbei und es lief wieder besser.

In der dritten Runde dann veränderte Petra die Strecke ein wenig, so dass wir in Oppach am Gondelteich und der Gastwirtschaft vorbeikamen. Die Aussicht auf ein isotonisches Läufergetränk ließ mich gleich etwas schneller werden.

 Nun hatte ich auch wieder Blicke für die schöne Natur um mich herum.


Die Himmelsbrücke in Sohland













Am Ende standen 59km auf der Uhr und mir ging es verhältnismäßig gut. Auch am nächsten Tag hatte ich keinen Muskelkater oder ähnliches.




Diese Woche wird es ruhiger mit dem Training. Heute grad mal 6km lt. Plan, am Freitag werde ich bei einem Charity-Lauf in der Centrum-Galerie für eine Stunde auf dem Laufband stehen und am Samstag bin ich auf der 30km-Strecke zur Panorama-Tour Sächsische Schweiz unterwegs. Nächste Woche Dienstag noch mal ein wenig Beine ausschütteln, ein kleiner 6km-Lauf zum lockern und dann ist es endlich soweit. Ich bin bereit und kann es eigentlich kaum noch erwarten.




Dienstag, 19. Juli 2016

Endspurt


Noch 3 ½ Wochen bis zum Tag X, der Tag auf den ich seit fast sieben Monaten hinarbeite, der 13. August 2016, der Tag des Mauerweglaufes über 100 Meilen.

Was habe ich bisher gemacht? Im Januar hatte mich eine Bronchitis für den Wintermarathon aus dem Rennen genommen, an Training war nicht zu denken für gut zwei Wochen. Das merkte ich dann auch noch zum Frostwiesenlauf (30km) Anfang Februar. Dort dachte ich hinterher dann so:“ 20km hätten auch gereicht, so fit bin ich noch nicht wieder.“ 
Zieleinlauf beim Frostwiesenlauf
Der Ludwig-Leichhardt-Trail (52,5km) zwei Wochen später gestaltete sich zäh, aber machbar. Die Zeit war für mich ohnehin unwichtig, ich wollte nur ankommen.

Im März dann der Schneeglöckchenlauf über 30km lief super, ich kam gut unter 3h ins Ziel. Zum Test lief ich dann gleich am nächsten Tag noch die 10km beim Citylaufmit und war mit 56min. super zufrieden. Dazu kam noch das Laufcamp in Senftenberg, welches mein Trainer Heiko Wache von Laufen Total durchführte.

Zieleinlauf zum Kyffhäuser Berglauf
Dann kam der April. Dieser Monat hatte es ordentlich in sich. Den Auftakt bildete der Kyffhäuser Berglauf (Marathon). Eine Woche später ging es in den Spreewald zur 110km Radtour Samstag und einem Marathon am Sonntag. Das darauffolgende Wochenende war ich zum Zittauer Gebirgslauf über 35km mit ein paar guten hm dabei und zu guter Letzt habe ich mir noch am 30. April die Harzquerung über 51km gegönnt.
Spreewald-Marathon

Zittauer Gebirgslauf
Harzquerung
Der Mai stand voll und ganz im Zeichen des Rennsteig-Supermarathons, den ich unbedingt unter 9h finishen wollte, was mir letztlich mit einer Zeit von 8:53:xx auch sehr gut gelungen ist. Das machte Mut für die weiteren Vorhaben.





 








Anfang Juni dann der Lauf, der mir Anfangs die meisten Bauchschmerzen und schlaflose Nächte bereitet hatte – der Borderland Ultra (69km). Ich war dort gemeldet, damit ich noch einen langen betreuten Trainingslauf für den Juni bekam, aber die Strecke war mir aus dem Vorjahr als sehr unschön in meiner persönlichen Erinnerung geblieben und so richtig Lust dazu verspürte ich im Vorfeld nicht. Wie das Ganze jedoch am Ende ausging, hatte ich bereits ausführlich beschrieben. Manchmal kommt es eben anders als gedacht.



 



Zwei Wochen später noch eine Etappe beim Rennsteig-Staffellauf, zur Abwechslung mal kurz und schnell.





Im Juli schließlich sollte der Thüringen Ultra mit seinen 100km der letzte lange betreute Trainingslauf vor dem eigentlichen Jahreshöhepunkt sein. Auch dazu habe ich ja bereits berichtet.

 







Dazwischen immer Training nach den Plänen von Heiko, unter anderem auch mit solchen netten Sachen.







 
Und nun? Nun heißt es noch einmal Zähne zusammenbeißen für die letzten anstrengenden Trainingswochen. An den Wochenenden stehen lange, sehr lange Läufe im Plan. Hier muss ich sehen, dass ich meinen Schweinehund irgendwie überlisten kann, denn genau diese langen Trainingsläufe so ganz alleine sind meine große Schwäche und bedeuten für mich in erster Linie vor allem mentales Training.

Daher habe ich mir für den 30er an diesem Samstag bereits eine ganz liebe Laufbegleitung organisiert und auf den 50km am Sonntag, die ich von Schmilka aus auf dem Elbradweg bis zu mir nach Hause absolvieren werde (ich hoffe nur, ich habe mich da nicht mit den km verrechnet), wird mich mein Mann mit dem Rad begleiten.

Für das darauffolgende Wochenende habe ich mich bereits mit meiner Lauffreundin Petra verabredet. Wir wollen gemeinsam noch einmal das langsame Laufen ein wenig üben, damit wir zum Mauerweglauf Anfangs nicht zu schnell sind und uns die Kräfte gut einteilen.

Die Spannung steigt so langsam an, eine leichte innere Unruhe macht sich breit und immer wieder die Frage: “Reicht es wirklich, hab ich genug gemacht, bin ich tatsächlich fit und bereit für diese Strecke oder habe ich mir da zu viel vorgenommen?“

Ich werde es wissen – irgendwann am 14. August 2016, wenn ich im Ziel angekommen bin.

Montag, 4. Juli 2016

Mein Weg zum zweiten Stern

Zeitiges Kommen sichert gute Plätze. Beim Start zu einem Lauf ist mir das für gewöhnlich egal, wenn es aber darum geht, in Fröttstädt einen guten Platz für ein großes Zelt zu bekommen, ist eine rechtzeitige Anreise von Vorteil.
Da wir noch Christian Kemper, den Organisator des Freiberger Nachtzechelaufes (http://nachtzechelauf.telonai.de) in Siebenlehn einsammeln wollten, war am Freitag morgen pünktlich um 9.00 Uhr Abfahrt in Dresden. Der Treff mit Chris klappte super und die Fahrt bis Fröttstädt verging wie im Fluge. Ankunft zum Thüringen Ultra wie geplant gegen 12.00 Uhr.





Noch sieht es hier recht leer aus, doch das änderte sich schnell im Laufe des Nachmittages.




Nach dem Zeltaufbau wollte Chris noch ein wenig ausruhen, entspannen, schlafen - je nachdem, was funktioniert. Er wollte schließlich die 100 Meilen laufen und hatte seinen Start für 20.00 Uhr geplant. Ein wenig zur Ruhe ist er wohl auch noch gekommen. Wir haben uns indes die Zeit damit vertrieben, einen Kaffee zu trinken, den leckeren Kuchen zu probieren und die "Neuankömmlinge" auf dem Zeltplatz zu begrüßen, die so nach und nach eintrafen. Gegen 18.30 Uhr kamen dann auch Petra und ihr Mann an und richteten sich häuslich bei uns ein. Die Startunterlagen für uns beide und unsere Männer, welche die Radbegleitung übernehmen wollten, hatte ich ebenfalls schon geholt.


 
















Ab 16.00 Uhr bis 22.00 Uhr erfolgte stündlich der Start für die 100-Meilen-Läufer, die wir natürlich unter großem Beifall und ehrfüchtig auf die Strecke schickten. Endlich war es auch für Chris soweit und er wurde mit allen guten Wünschen von uns verabschiedet. Vielleicht sieht man ja sich auf der Stecke. Er wollte nach Möglichkeit unter 24h ins Ziel kommen.

Aus der Erfahrung des letzten Jahres hatte ich gelernt, mir für die Nacht ein paar Ohrstöpsel mitzunehmen, damit ich die wenigen Stunden Schlaf, die ich haben werde, auch optimal nutzen konnte. So wurde ich dann nach ca. 4 1/2 h am Samstag morgen gegen 2:30 Uhr von meinem Mann geweckt. Wach ist um diese Uhrzeit definitiv etwas anderes. Aber gut, ich hab es ja so gewollt. Also aufstehen, anziehen und erst mal zum Frühstück. Ja - es gab Frühstück um diese Uhrzeit. Kaffee, Milch, Tee, belegte Brötchen, die Organisation ist einfache Spitze. Ich hatte mir jedoch mein Müsli mitgebracht, da ich so früh am morgen nicht viel essen kann und mir das Müsli dann immernoch am besten bekommt.
Viel Zeit bis zum Start war nicht mehr, die letzten Handgriffe wurden gemacht und dann ging es auch schon pünktlich um 4.00 Uhr los auf die 100 km Strecke. Geplant hatten wir so direkt nichts außer "nur" ankommen, insgeheim jedoch hofften wir schon auf eine Zeit um die 13:30h, hochgerechnet von der Zeit beim Borderland Ultra vor drei Wochen.






Auch unser Radbegleiter für die ersten ca. 21km war startklar.









Bereits am ersten VP in Sondra nach etwa 10km dämmerte der Tag heran. Es war bis hierher recht warm und schwül und ich befürchtete schon, dass dies die ganze Zeit so bleiben könnte. Doch ich sollte noch eines besseren belehrt werden.
Es lief von Beginn an gut und locker. Bis zum ersten VP ist die Strecke fast eben und nicht anspruchsvoll, erst danach geht es stetig bergan bis zum ersten richtig fetten Anstieg hinauf nach Ruhla, wo mein Mann, unser zweiter Radbegleiter, auf uns wartete. Die beiden wechselten hier und Gerd fuhr mit dem Auto, in dem Wechselsachen und diverse wichtige Kleinigkeiten verstaut waren, die nächsten VP`s an. Auf diesem Anstieg überholten uns die ersten der Staffelläufer, die eine Stunde nach uns gestartet waren. Aber auch wir hatten hier bereits die ersten 100-Meilen Läufer überholt. Das war ein sehr seltsames Gefühl, wusste ich doch, dass ich diese Läufer einen Tag zuvor unter Beifall mit auf die Strecke geschickt hatte und sie jetzt schon 14 und mehr Stunden unterwegs waren. Und dann kommen wir und ziehen recht locker an ihnen vorbei. Aber das haben wir nicht ohne ein paar aufmunternde Worte gemacht.
Danach kam der nächste Anstieg zur Glasbachwiese bei km 27. Dies war zugleich die erste Wechselstelle für die 4er Staffeln. Wir waren bis hierher mit einer 8er Pace unterwegs, also voll im Plan. Inzwischen war es jedoch merklich kühler geworden und ein leichter Regen hatte eingesetzt, der sich jedoch nicht all zu lange hielt. Die Zeit verging wie im Flug und schon kam der VP in Brotterode in Sicht. Diesen hinter uns lassend, verlief die Strecke nun quasi einmal um Brotterode herum, wieder stetig ansteigend bis zum VP6.

















Der Blick auf den Ort und die Schanzenanlage ist traumhaft.
Ab da verlief die Strecke leicht hügelig noch ca. 3km, danach bis zum nächsten VP in Brotterode-Trusetal immer nur abwärts auf einer alten Bahnlinie entlang, die zu einem Radweg umgebaut worden war.
Einer der 100-Meilen-Läufer freute sich für eine Weile über unsere Gesellschaft
Der Tunnel ist ein Überbleibsel der Bahnstrecke.



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Ein lautes Schreien auf einer Wiese ließ uns
zwischendurch aufhorchen. Nach kurzem
Suchen entdeckten wir das kleine Rehkitz auf
der Wiese neben der Strecke, das nach
seiner Mutter rief.








































Bergab ist ja ganz schön, aber fast 12km lang war das doch recht anstrengend auf die Dauer und so erreichten wir nicht nur im Sauseschritt das Tal und bei VP9 auch die Wechselstelle für die 4er und 2er Staffeln in Floh-Seligental, nein - ich erreichte hier auch mein ganz persönliches Tal. Inzwischen hatten wir über die Hälfte der Strecke geschafft, wir lagen super im  Zeitplan und ich wusste, jetzt geht es ersmal von 377m auf 737m innerhalb von 7km. Das wird ein langer, harter Aufstieg, somit hatte ich genug Zeit, auch mental wieder aufzusteigen. Oben beim VP10 an der Ebertswiese angekommen, wehte ein kräftiger Wind und auch der Regen setzte wieder ein. Hatten wir hier letztes Jahr noch in der Hitze gebrütet, so war mir jetzt regelrecht kalt geworden. Noch ein kleines Stück nach oben und dann darf ich wieder abwärts bis hinunter nach Tambach-Dietharz zum VP 11 und km 68. Der Singletrail nach unten erforderte volle Konzentration. Nach ein paar km Waldautobahn, vorbei am Schwimmbad des Ortes, kam der VP in Sicht. Komisch, letztes Jahr war das Bad rappelvoll, heute war hier keine Menschenseele.

Bevor es nach Tambach-Dietharz in den Ort geht, kann man auf der rechten Seite des Weges mehrere Teiche mit den herrlichsten Seerosen bewundern.
Kurze Rast und Verpflegung aufnehmen, was dieses Mal während des Laufes ohnehin recht gut klappte, und dann weiter, die nächste Steigung hinauf, wo wieder Gerd wartete, um sich mit meinem Mann bei der Radbegleitung noch einmal abzuwechseln. Mein Mann wollte nun ins Ziel fahren, um uns dann per Rad wieder entgegen zu kommen, damit wir alle vier gemeinsam im Ziel ankommen.  Am 12. VP in Finsterbergen, der letzten Wechselstelle der 4er Staffel, kam plötzlich ein heftiger Wind und starker Regen auf. Wir mussten uns kurzzeitig als Zeltanker betätigen, da den Leuten am VP fast der Pavillon davongeflogen wäre. Zum Glück war der Spuk recht schnell wieder vorbei und wir konnten weiter. Jetzt warteten noch einmal zwei sehr steile Bergabpassagen auf uns. Hier war Konzentration gefragt, um auf dem schmierigen Untergrund nicht wegzurutschen.
In Friedrichroda schließlich waren 80km geschafft, also nicht mal mehr ein HM noch. Und wie heißt es so schön:" Ein halber geht immer." Der Blick auf die Uhr und ein kurzes Rechnen, ein Blick zu Petra - ja wir waren immernoch locker auf einem 13:30er Kurs. Euphorie machte sich breit, doch noch hatte ich ein wenig Respekt vor dem letzten Teil der Strecke, der sehr eben verläuft und sich aus meiner Erinnerung vom letzten Jahr her scheinbar ewig hinziehen würde. Allerdings mussten wir zuerst nach Tabarz. Hier ging es durch den Ort, ein kleines Stück hoch und dann kam doch gleich das Tretbecken und somit VP13? Stattdessen noch mal ein Anstieg und noch einer, die es beide in sich hatten. Die musste ich wohl aus meiner Erinnerung vom letzten Jahr verdrängt haben. Aber egal, Augen zu und durch. Und dann endlich, nach noch einer Biegung und noch einer Treppe kam der ersehnte VP. Ab da ging es mir richtig gut, denn nun waren die schlimmsten Anstiege geschafft. Kurz hinter dem VP wartete dann auch schon mein Mann auf uns. Er hatte vor einer Weile noch Chris gesehen und ihn moralisch ein wenig aufgebaut.



Jetzt kam sogar die Sonne durch die Wolken und die Kornblumen im Getreidefeld leuchteten in einem wunderschönen Blau.

Der VP bei km95 ist der Oberhammer. Ein regionaler Radiosender ist hier sehr aktiv und so werden die Läufer schon von weitem persönlich begrüßt. Im Vorfeld hatte man die Möglichkeit, sich sein ganz spezielles Lied zu wünschen, was Petra auch wieder genutzt hat. So wurden wir mit den Toten Hosen und "Steh auf" empfangen. Was da noch mal für Energie freigesetzt wird, ist unbeschreiblich.





Keine Ahnung, warum ich im Vordfeld vor den letzten Kilometern durch das Gewerbegebiet so einen Schiss hatte. Es lief einfach super, wir waren noch recht flott unterwegs. Petra meinte nach einem Blick auf ihre Uhr, dass der Kilometer gerade in einer 5:56 wegging. Ich konnte es gar nicht glauben, nach so einem Lauf noch so flott unterwegs zu sein.
Dieser VP 1,5km vor dem Ziel war nicht offiziell sondern privat, aber sehr liebevoll und wurde natürlich von uns auch genutzt, obwohl jetzt eigentlich kein Bedarf mehr bestand. Doch die Leute, die an der Strecke wohnen, sind so herzlich und aufmerksam, dass wir da nicht einfach achtlos vorbeilaufen können.Wieder ein Blick auf die Uhr - wenn wir ganz gut sind, wird es sogar eine Zeit unter 13:20h.



Nun noch einmal um die Kurve, noch eine kleine Biegung und dann endlich kam das Ziel in Hör- und Sichtweite. Hand in Hand liefen Petra und ich ins Ziel, hinter uns unsere beiden Helden auf ihren Rädern. Am Ende blieb die Uhr für uns bei 13:15:03 stehen, was für Petra sogar Platz 1 in der AK bedeutete. Für mich ein unfassbares Ergebnis und ich brauchte eine ganze Weile, das wirklich zu realisieren.
 
Der erste Gratulant war Sören Schramm. Es folgten noch einige mehr, auch Chris war darunter. Ihn hatten wir unterwegs nicht überholt und darüber war ich auch gar nicht traurig. Er hat eine Wahnsinnszeit von 20:30:xx geschafft und ist sogar 2. in seiner AK geworden.

Es war wieder ein sehr schöner Lauf, mit viel Liebe und Einsatz organisiert und durchgeführt. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten und Helfer. Wir sehen uns nächstes Jahr in Fröttstädt garantiert wieder.



Sonntag, 26. Juni 2016

Endspurt vor dem Thürigen Ultra



In dieser Woche hieß es trainingstechnisch  noch mal ein paar Kilometer sammeln. Es war die letzte Belastungswoche vor dem Thüringen Ultra nächsten Samstag. In der nächsten Woche stehen nur noch zwei kürzer Läufchen im Plan und dann darf gehibbelt werden.
Mein Personal Trainer Heiko Wache von Laufen total (www.laufen-total.de) hatte mir für Montag 8km vorgegeben. Am Mittwoch dann 20km, aufgeteilt in 5km lockeres Einlaufen, danach Lauf-ABC und anschließend 15km lockerer DL. Dienstag und Donnerstag war Kraft/Stabi vorgesehen.

Für Samstag standen nochmal 20km an. Nun bin ich bekanntlich kein Frühaufsteher, zudem war es schon morgens ganz schön warm und die Schwiegereltern brauchten außerdem Hilfe im Garten. Daher hatte ich beschlossen, den Lauf auf Sonntag zu verschieben, da sollte es eigentlich nicht ganz so warm werden – dachte ich zumindest. Leider hatte der Wetterbericht mal wieder danebengelegen. Na gut, hilft ja alles nichts – was muss, das muss. Nach dem Frühstück mit noch bissl verdaut und die Zeit für Wäsche und Wohnungsputz genutzt und kurz vor eins, als sich der Himmel dann doch leicht zuzog, konnte ich mich endlich überwinden und in die Laufsachen schlüpfen. Mein Mann war so lieb, mich auf der Runde per Rad zu begleiten. Somit konnte ich die Wasserflaschen am Rad verstauen und brauchte keinen Rucksack mitnehmen.




Er hatte bei seinen letzten Trainingsläufen unsere Strecke hoch zur Babisnauer Pappel neu erkundet und schöne Trails gefunden, so dass einige der eher unliebsamen Straßenabschnitte weggefallen sind. Dadurch ist die Runde zwar etwas anspruchsvoller, aber auch wesentlich angenehmer und abwechslungsreicher geworden. Die Wolkendecke lichtete sich während des Laufes (leider) wieder und es wurde doch wärmer als gehofft. Wenn man aber einmal unterwegs ist, geht das schon.




Außerdem hatte man so einen herrlichen Blick in die Landschaft.












Ein paar schöne Anstiege waren dabei und die Rast an der Babisnauer Pappel hab ich mir redliche verdient.








Es war letztendlich ein schöner Trainingslauf mit 20km und 316hm und ich kann meine Woche mit gutem Gewissen abschließen.